Stadtbahn-Planung an Rheinland- und Westfalendamm

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STADTBAHN, STADT-ALLEE, STADT-DENKMAL

im Dialog

Nach dem Dialog ist vor dem Dialog - Bericht zum Abschluss des Stadtbahn-Dialogs am 11.10.2018

Der Stadtbahn-Dialog ist beendet. Zwischen Juni und Oktober 2018 hatten sich auf Einladung der Stadt rd. 30 Vertreter von Stadtverwaltung, Politik, DSW21, der B1-Initiativen und Bürgern drei Mal im „Dialogforum“ getroffen. Zielsetzung war, auf „die bestmögliche Lösung für den barrierefreien Umbau der fünf Haltestellen“ hinzuwirken, welche „keine späteren, ganzheitlicheren Überlegungen für den stadtverträglichen Umbau der B1 zwischen Kohlgartenstraße und Stadtkrone-Ost“ verbaut. Dazu hatten sowohl die Bürgerinitiative als auch die Fachinitiative eigene Varianten zwischen Kohlgartenstraße und Stadtkrone-Ost entwickelt, die mit der Vorzugsvariante der Stadt verglichen wurden.

→ Hier geht’s zur Stadtvariante
→ Hier geht’s zur Variante B1Dortmundplus
→ Hier geht’s zur Variante BI Lärm- und Abgasinitiative

Einige Erwartungen wurden enttäuscht.  Die Teilnahme der sog. Zufallsbürger war sehr gering.  Vor allem kam das eigentliche Dialoggespräch mit der Suche nach Kompromisslösungen zu kurz. „Herausgestellt hat sich, dass diese Zeit nicht ausreichend war, um die komplexe Thematik erschöpfend zu diskutieren. Geschweige denn, um Fragestellungen, die sich aus den alternativen Entwürfen der Bürger- und der Fachinitiative ergaben bzw. die im Dialogprozess zusätzlich aufgeworfen wurden, in der nötigen fachlichen Tiefe zu diskutieren und zu beantworten.“

Der Diskussionsverlauf. Nachdem die drei Ausgangs-Varianten der Verwaltung, der B1-Bürgerinitiative sowie der Fachinitiative recht unversöhnlich nebeneinander standen, hat die Fachinitiative schließlich eine „Mischvariante“ als Kompromissvorschlag erarbeitet. Diese sollte wesentliche Planungsziele unter einen Hut zu bringen, ohne dass zukünftige Erfordernisse verbaut werden.

→ Hier geht’s zur Präsentation der „Mischvariante“ vom 11.10.2018
→ Hier geht’s zur vollständigen „Mischvariante“

In der letzten Sitzung des Dialogforums am 11.10. wurden Empfehlungen an die politischen Gremien formuliert. Keine Planungsvariante wurde favorisiert. Eine strenge Bewertung der Varianten nach den Einzelkriterien der Bewertungsmatrix ist noch nicht erfolgt. Nach Abschluss der Diskussion hat die Fachinitiative B1Dortmundplus eine vorläufige, extern erstellte "Testbewertung" der Varianten übergeben.

→ Hier geht’s zur Testbewertung  der Varianten 

Ergebnis des Dialogs aus Sicht der Fachinitiative. Im vorläufigen Gesamtvergleich zeigen alle drei Ausgangsvarianten verschiedenste Vor- und Nachteile. Die von der Fachinitiative eingebrachte Variante erscheint als am besten geeignet. Allerdings weist auch sie noch Optimierungspotenzial auf. Die Mischvariante stellt nicht nur einen Kompromiss der Ausgangsvarianten, sondern vielmehr eine "Best-of-Variante" dar, die in der Gesamtbewertung nochmal besser abschneidet.

Offene Fragen der Planung, die jetzt gutachterlich bearbeitet werden:

  • Möglichkeiten einer Verflüssigung des B1-Verkehrs zugunsten von Luftreinhaltung, der Entlastung der Nebenstraßen oder der Erschließung anstehender Bauvorhaben entlang der B1. Ausgangspunkt sind die Vorschläge zum Umbau des Verkehrsknotens Voßkuhle/B1, wegen der stauverursachenden Linksabbieger-Spuren. Simulationen des Verkehrsflusses können solide klären, welchen Einfluss auf den Verkehrsablauf eine Kreuzung an der Max-Eyth-Straße oder ebenerdige Querungen zu den Stadtbahn-Haltestellen haben könnte. Eine fundierte Diskussion aller Sorgen und Interessen wird möglich.
  • Formen des Leichtbaus für Bahnsteige und Rampen, die das Wurzelwerk nahestehender Bäume schonen können
  • Themen der Alleesanierung im geschädigten Lindenabschnitt zwischen Voßkuhle und Max-Eyth-Straße sowie an der Stadtkrone Ost. Der ursprüngliche Charakter der geschützten B1-Allee liegt Bürgerschaft und Politik am Herzen. Mögliche Wege dahin bedürfen ein fachliches Fundament: Eine – noch nicht beauftrage – Expertise zu alternativen Entwicklungsszenarien der Allee, Möglichkeiten von (Groß-) Baumverpflanzungen, Baumschädigung bei den Baumaßnahmen.

Weitere Untersuchungen sind erforderlich, z.B. zur Baulogistik, den Bauzeiten und zu erwartenden Verkehrsbehinderungen auf der B1 während des Stadtbahnumbaus, auch zur Wirtschaftlichkeit des Vorgehens.

Selbstverständlich muss der Dialog weitergehen, mit Beteiligung der Öffentlichkeit! Wenn die Gutachten vorliegen, braucht es Information, Diskussion und weitere Entscheidungen. Zeit dafür ist da, jedenfalls solange Planungsleistungen nicht beauftragt sind.

Was erwarten Bürger und Politik? Der Ratsbeschluss zur Freigabe der Ausschreibung für die Planungsleistungen kommt im Dezember 2018. Dann kann im Herbst 2019 die Ingenieurplanung beginnen. Bis dahin müssen Stadt und DSW21 aus den Varianten eine Vorzugslösung bilden, die Chance zur Erfüllung aller kurz- und langfristigen Anforderungen.

Die wesentliche Empfehlung des Dialogforums an die Politik lautet: „Im Idealfall entsteht eine Variante, die die besten Lösungsansätze der vier Varianten in sich vereint.“

Hinweis: ROT GEDRUCKTE ZITATE SIND DEM „ABSCHLUSSBERICHT DIALOG U47“ ENTNOMMEN.

Stadtbahnausbau der U47 am Westfalendamm

Die Streckenführung ist weiter  in der Diskussion. Barrierefreiheit, Technik und Sicherheit, Naturschutz und Kosten, aber auch die Fuß- und Radwege sind zu betrachten. Soll die U-Bahn entlang der B1 zukünftig Schlangenlinien fahren, die Allee auf Dauer unterbrochen und verkrüppelt bleiben? Gibt es eine Lösung mit vollständiger Allee? Welche gesunden Großbäume können verpflanzt werden? Vor- und Nachteile ebenerdiger Übergänge oder Fußgängerbrücken mit Aufzügen kommen auf den Tisch.

Jetzt wurde das "B 1-Haltestellenkonzept" um weitere Varianten erweitert. Dank der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost sowie den Ratsgremien wurden Alternativ-Vorschläge in ein Dialogverfahren einbezogen. Dem Rat wird am Ende ein neuer Entscheidungsvorschlag vorgelegt.

 

Bild 14: Planschema, das weder Stadtbahn noch Allee gerecht wird: Zukunft?

Bild 14: Ein Planschema, für das es Alternativen gibt: Stadtbahn und Allee in Zukunft gerecht werden!

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meint: der erste B1-Dialog hat gezeigt, Fürsorglichkeit durch „einfache Antworten auf schwierige Fragen“ oder Aussagen wie „Das geht alles gar nicht!“ brauchen weder Bürger noch Politiker, sie helfen Dortmund nicht weiter.

Darum geht es: Weg von kurzsichtiger Planung von Stadtbahn und Haltestellen. Hin zur planerisch integrierten Lösung für unser belastetes „Sorgenkind, die B1-Achse“, dazu braucht es flexible und zugleich wirtschaftliche Baustufen.

Alle vereint die Sorge um den geschädigten, armseligen Linden-Allee-Abschnitt in der Gartenstadt. Wie schafft Dortmund eine Sanierung im ursprünglichen Charakter? Die Entwicklung des Stadtraumes der B1 in der Gartenstadt als Ganzes steht weiter an.

Wiedergewinnung der mehrreihigen lückenlosen B1-Allee

Sie reichte noch 2006 über 7,5 Kilometer von Emscher bis Marsbruchstraße, verlor seither über einen Kilometer, zeigt Lücken und Schäden. Bitte kein "weiter so" im stark geschädigte Linden-Abschnitt. Jetzt geht es um ihren Schutz, um ihre Entwicklung als Ganzes. Nicht jede geschädigte Linde muss erhalten werden, gesunde Bäume können auch verpflanzt werden. Sämtliche Bäume, nicht nur die im Mittelstreifen, gehören dazu. Die Vernachlässingung dieses von unseren Vorfahren geschaffenen Juwels – Teil der deutschen Alleenstraße – zeigt die Notwendigkeit eines übergreifenden Entwicklungskonzepts. Die Vervollständigung und Erneuerung dieser einzigartigen Stadtallee bietet Chancen, auch einer Image-Aufwertung unserer Stadt.

Noch 2006 erlebbar: ziemlich gute Allee östlich Schnettkerbrücke
Noch 2006 erlebbar: ziemlich gute Allee östlich Schnettkerbrücke

Der sicherste, attraktivste, schönste ÖPNV - auch an der B1!

  • Warum verzichten auf sicherste Bahnsteige, weg vom lauten, stresserzeugenden Fahrbahnrand?
  • Warum die Betriebsstörungen durch B1-Verkehrsunfälle in die Gleise nicht dauerhaft verhindern?
  • Warum die Haltestellen nicht wunderbar von gesunden, einheitlichen Alleebäumen einrahmen?
  • Warum die Förderangebote des Bundes und Landes nicht für die beste Lösung für alle einsetzen?

Zukunft braucht Herkunft

Die B1 ist seit 2014 ein „Stadtbereich mit besonderer Denkmalbedeutung“. Vor 100 Jahren wurden Gartenstadt und Hauptfriedhof aus denselben planerischen Wurzeln entwickelt. Für das verbindende Element der alten Reichsstraße 1 als Denkmal gilt das Ziel der Denkmalbehörde: "Bewahren und Sichern von Strukturen ... Ansichten und Sichträumen von historischen Bereichen ... insbesondere der öffentlichen Freiflächen und Alleen.“ Dazu gehört, Verlorenes im ursprünglichen Charakter wiederherzustellen, natürlich in zeitgemäßer Form. Sogar Fördermittel gibt es dafür.

Heutige B1-Achse als Allee mit Gartenstadt im historischen Luftbild von 1926

Fazit

  • Stadtbahnplanung muss als Städtebau-Aufgabe gelöst werden
  • Korrektur von Fehlentwicklungen statt Verfestigung für Jahrzehnte
  • Mut zur Wiederherstellung der B1-Allee im ursprünglichen Charakter
  • Ziehen die Bauleute ab, müssen Stadtbahn und Allee, Denkmal und B1-Verkehr besser sein als heute

Variantenvorschlag: „Barrierefreier Stadtbahnausbau Gartenstadtallee“

Zielsetzung: Für den Bereich der geschädigten Linden muss eine Verbesserung sowohl für die Fahrgäste wie die Allee gelingen. Vorsorge für zeitgemäße Fuß- und Radwege oder regelgerechte Fahrbahnen gehört zur Planung dazu.

Grundkonzept - Merkmale des neuen Regelquerschnitts

  • Bereich: Voßkuhle bis Max-Eyth-Straße, ähnlich an der Stadtkrone Ost
  • Zukunftskonzept angelehnt an hist. Boulevardgestaltung (Stadtrat Strobel) im verfügbaren Gesamtquerschnitt (ca. 46,50 m Breite)
  • Universelle Eignung für B1, mit oder ohne Tunnel, alle Verkehrsanforderungen, Image- und Denkmalschutz, private Standort- und Flächenentwicklung
  • Vierreihige Allee-Erneuerung im ursprünglichen Charakter: vollständiger, homogen wachsender Abschnitt der Dt. Alleenstraße
  • Stufenweise Realisierung möglich, erster Schritt: Stadtbahnausbau mit Planungsvorsorge
  • Variantenkombination möglich, z.B. Fußgängerbrücken/Überwege, Baumartenwahl, Fuß-/Radwegeführungen, Haltestellenarchitekturen

Vorteile für den Stadtbahnausbau, u.a.

  • Freie Querschnittsgestaltung Schienenweg und Allee durch rationelle Klein-/Großbaumverpflanzung aller zukunftsfähigen Linden
  • Einfacher Umbau in freiem Baufeld ohne wesentliche Verkehrseinschränkungen für Stadtbahn und B1
  • Beide Verkehrsrichtungen zukünftig mit regelgerechten Querschnitt und ohne Verschwenkungen gesichert
  • Idealaufteilung schafft Mehrwert für alle Verkehrsinfrastrukturen, Bahnsteigverlängerungen sind möglich
  • Keine B1-Unfallfahrzeuge mehr im Gleisbereich